Presseberichte

Sehnde News vom 18.06.2018

Neue Hügellandschaft an der Astrid-Lindgren-Schule

Auf dem Schulhof der Astrid-Lindgren-Grundschule in Sehnde ist am vergangenen Montag nun ein weiterer Bauabschnitt der Schulhofumgestaltung  eingeweiht worden. Damit steht den etwa 176 Schülerinnen und Schüler eine weitere spannende Pausenbeschäftigung und Bewegungsmöglichkeit zur Verfügung.

Gleich stürmen alle los: Wolfgang Bruns und Holger Kunde (vo.v.li.) geben die
neue Spiellandschaft an der Astrid-Lindgren-Schule frei – Foto: Privat

Die Arbeiten dazu begannen im Herbst 2017 und mussten auf Grund der Witterung für eine lange Winterpause unterbrochen werden, denn für den Einsatz eines Baggers war der Boden zu aufgeweicht.

Seit Montag können nun endlich der Hügel und die zwei Kriechtunnel  von den Kindern genutzt werden, nachdem sie lange an der Absperrung auf die Fertigstellung warten mussten. Doch das Warten hat sich gelohnt, wie sich bei der offiziellen Einweihung durch die Rektorin Marina Woywodt, Wolfgang Bruns von der Stadtverwaltung sowie dem 1. Vorsitzenden des Fördervereins, Holger Kunde, schnell herausstellte. Denn Ruck-Zuck waren die Kinder in und auf der Anlage verschwunden.

Der Gartenlandschaftsbauer Jürgen Setzkorn und seine Mitarbeiter haben kreativ die Ideen zur Gestaltung der Hügellandschaft umgesetzt und ein aus bewegungspädagogischer Sicht wertvolles Spielgerät geschaffen, das die sonst ebene Fläche des Schulhofes merklich aufwertet. Zeitgleich entstand auf dem Schulhof ein Bolzplatz mit einem speziellen TÜV-zertifiziertes Holzschnitzelbelag, einer Fallschutzeinfassung und zwei kleinen Toren. Damit bietet der Schulhof nun auch den kleinen Sportlern ein angemessenes Feld, auf dem sicher und ohne Pfützen dem runden Leder nachgejagt werden kann. Die Kicker durften das Feld bereits nutzen und bekommen nun vom Förderverein noch ein paar Bälle gesponsert.

Die Umsetzung des Projektes erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Sehnde, die beratend und vermittelnd dem Förderverein zur Seite stand und zur Hälfte an den Kosten beteiligt war. Darüber hinaus sind Spendengelder von der Volksbank Lehrte, der Infrastruktur Sehnde GmbH und ein Spendenanteil von der REWE-Filiale von Sascha Ullah aus der verlorenen Wette mit dem Bürgermeister  in das Projekt geflossen. Insgesamt sind 16 000 Euro in die Hügel und 9000 Euro in den Fußballplatz geflossen. Die Schüler der Schule haben im vergangenen Jahr außerdem bei einem Sponsorenlauf etwa 8000 Euro selbst  erlaufen und können nun endlich das Ergebnis ihrer Mühe genießen.

Der Förderverein möchte sich zukünftig gerne weiter mit der Gestaltung des Schulhofes befassen, wird aber zunächst dem Neubau des geplanten Hortgebäudes den Vortritt lassen. Ein Schwerpunkt könnte daher die Reaktivierung des Schulgartens sein, der ein wenig verwaist auf fleißige Hände mit wartet. Der Förderverein und die Schule würden sich sehr freuen, wenn sich jemand mit einem grünen Daumen dazu berufen fühlt, dem Garten gemeinsam mit Kindern der Schule im Rahmen einer Garten-AG zu neuer Blüte zu verhelfen.

Auch für die Hausaufgabenhilfe wird dringend jemand gesucht, der  Schülerinnen und Schüler viermal pro Woche für jeweils eine Stunde bei dem Anfertigen ihrer Hausaufgaben behilflich ist. Interessenten können sich gerne an das Sekretariat der Schule unter der Telefonnummer 05138/61 47 34 oder an den Förderverein wenden.

In der Astrid-Lindgren-Grundschule gibt es auch im nächsten Schuljahr wieder Vitamine zum Unterrichtsbeginn.
In der Astrid-Lindgren-Grundschule gibt es auch im nächsten Schuljahr wieder Vitamine zum Unterrichtsbeginn. Quelle: Archiv

Vitamine zum Schulstart: Die Astrid-Lindgren-Grundschule nimmt im nächsten Schuljahr erneut am Schulobstprogramm des Landes teil. Das hat das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium bekanntgegeben. Die Grundschule ist die erste Schule in Sehnde, die daran teilnimmt. „Für die Schüler beginnt der Unterricht nach den Sommerferien wieder mit frischem Obst und Gemüse, das ist eine tolle Nachricht“, sagt die Sehnder Landtagsabgeordnete Silke Lesemann (SPD). Denn noch immer kämen zu viele Kinder ohne Frühstück in die Schule oder Kita. Mithilfe des Programms könnten sie in Gemeinschaft Obst und Gemüse probieren und viel über die Vielfalt der Sorten lernen. „Auch für die Kinder an der Astrid-Lindgren-Grundschule ist das ein großer Gewinn“, meint Lesemann. Besonders freue sie, dass die Schulen dabei stark auf regionale Produkte setzten und im Gegenzug Obst-, Gemüse- und Milchbauern die Möglichkeit nutzten, um Kinder für gesunde, heimische Produkte zu begeistern.

Insgesamt nehmen in Niedersachsen mehr als 800 Schulen und 400 Kindertageseinrichtungen an dem EU-geförderten Projekt teil. Für das laufende Schuljahr gab es für Obst und Gemüse knapp 3,4 Millionen Euro aus der Europäischen Union, die das Land Niedersachsen um nochmals 1,5 Millionen Euro aufgestockt hatte. Seit dem vergangenen Jahr können darüber hinaus nicht nur Schulen, sondern auch Kindertagesstätten kostenlos frische Milch beziehen. Dies hatte im Vorjahr etwa die Kindertagesstätte Müllingen genutzt.

Die Kinder der Astrid-Lindgren-Grundschule und deren Eltern trommeln die Geschichte von der kleinen Trommel Djembi, die auf große Fahrt geht.
Die Kinder der Astrid-Lindgren-Grundschule und deren Eltern trommeln die Geschichte von der
kleinen Trommel Djembi, die auf große Fahrt geht. Quelle: Sandra Köhler

Trommeln stärkt die Gemeinschaft: Das haben die 180 Schüler der Astrid-Lindgren-Grundschule am Montag beim Workshop mit Bernd Heitsch vom Projekt Trommelapplaus erfahren. Auf echten Djemben übten die Kinder afrikanische Rhythmen und Lieder ein. Zum Abschluss sangen, tanzten, spielten und trommelten sie gemeinsam mit ihren Eltern die Geschichte der kleine Trommel Djembi. Die hatte sich nämlich auf die große Reise zum Trommelfest in Sehnde gemacht. Und während Mama und Papa Trommel sich sorgten und von Opa beruhigt wurden, traf Djembi auf zwitschernde Baby- und Großvätervögel aus Spanien, tanzende Zebras, Affen und Elefanten.

„Das Erlebnis wird noch eine ganze Weile nachhallen“, meint Gabi Haas, Beratungslehrerin an der Astrid-Lindgren-Grundschule. Denn Heitsch war nicht das erste Mal da. „Alle vier Jahre ist der Tag mit dem Trommelapplaus der Höhepunkt unserer Arbeit im Bereich Gewaltprävention“, sagt Haas. „Trommelt, singt und tanzt miteinander, dann wachst ihr ein Stück zusammen“: Dieses Motto habe sich bewahrheitet. Regelmäßig werde an der Schule das Programm Soziales Lernen mit verschiedenen Angeboten für die einzelnen Jahrgänge durchgeführt. Auch eine Kinderkonferenz gibt es.

Mit Menschen und Puppen: Klaus und Regina Gwiasda vom Mathom Theater sensibilisieren in ihrem Theaterstück „Finger weg von Julia“ für das Thema sexuelle Gewalt gegen Kinder.
Mit Menschen und Puppen: Klaus und Regina Gwiasda vom Mathom Theater sensibilisieren in ihrem Theaterstück
„Finger weg von Julia“ für das Thema sexuelle Gewalt gegen Kinder. Quelle: Katja Eggers

Laut Bundeskriminalamt sind in Deutschland jährlich rund 18.000 Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren von sexuellem Missbrauch betroffen – doch die Dunkelzimmer ist fast doppelt so hoch. Denn viele Missbrauchsfälle ereignen sich im familiären Umfeld. Der Civitan Club Sehnde weiß auch von Fällen in Sehnde und macht deshalb schon seit Jahren auf das schwierige Thema aufmerksam. Zudem organisiert und finanziert er Präventionsprojekte an örtlichen Grundschulen.

In diesem Jahr geht das Projekt an der Astrid-Lindgren-Grundschule über die Bühne. Die Firma Exportverpackung Sehnde hat den Civitanern dafür 1000 Euro gespendet, die restlichen 200 Euro hat der Club gegeben. Zum Projekt gehören ein Theaterstück für die Schüler, ein Elternabend und eine Informationsveranstaltung für die Lehrer. Ziel ist es, Eltern und Lehrer zu informieren und Kinder behutsam an das Thema heranzuführen, sie in ihrer Persönlichkeit zu stärken und zu ermutigen, sich im Missbrauchsfall einem Dritten anzuvertrauen.

„Kinder lernen in dem Stück, dass sie sich auch von Erwachsenen nicht alles gefallen lassen müssen und Nein sagen können“, erklärt Regina Gwiasda vom Mathom Theater aus Melle. Die Schauspielerin wird an der Astrid-Lindgren-Schule das Stück „Finger weg von Julia“ gemeinsam mit ihrem Mann Klaus aufführen. Zum Einsatz kommen große Puppen und Musik. In dem Stück geht es um die neunjährige Julia, ihren Kater Oliver und den Erwachsenen Tom, der irgendwann zudringlich wird. Während Kater Oliver bei Gefahr seine Krallen ausfährt, wehrt sich Julia gegen Tom mit Worten und haut ihm feste auf die Finger.

„Das Stück berührt die Kinder, aber es erschreckt sie nicht“, betont Renate Grethe vom Sehnder Civitan Club. Sexualisierte Gewalt gegen Kinder sei ein aktuelles Thema. Elisabeth Freund-Eisele, stellvertretende Leiterin der Astrid-Lindgren-Schule, ist bisher noch kein sexueller Missbrauchsfall an der Schule bekannt. „Aber dass sexualisierte Gewalt in Sehnde vorkommt, wissen wir von einer anderen Grundschule“, betont Grethe.

Die Astrid-Lindgren-Schule begrüßt das Präventionsprojekt ausdrücklich. „Es reiht sich nahtlos in unser eigenes ganzjähriges Gewaltpräventionsprojekt ein“, sagt Freund-Eisele. Das Theaterstück ist daher schon mehrfach an der Grundschule gezeigt worden. Der Civitan Club organisiert und finanziert das Projekt seit 2011 mittlerweile zum zehnten Mal. Es ist auch schon an der Gundschule Breite Straße in Sehnde, der Wilhelm-Raabe-Schule in Ilten und der Grundschule Rethmar gelaufen. Insgesamt haben es bisher fast 1400 Schüler gesehen.


 

Auf dem Schulhof der Astrid-Lindgren-Schule soll der Hortneubau entstehen.
Auf dem Schulhof der Astrid-Lindgren-Schule soll der Hortneubau entstehen. Quelle: Archiv

Die Stadt Sehnde wächst kräftig: Das ist aus Steuersicht für die Stadt erfreulich, schafft aber neue Herausforderungen – besonders im Kita- und Hortbereich, wo der Bedarf strukturell größer ist als das Angebot. Wegen der Neubaugebiete Kleines Öhr und Maschwiese Süd rechnet die Verwaltung ab dem Schuljahr 2019/2020 mit deutlich mehr Schülern an der Astrid-Lindgren-Grundschule. Weil die Schule deshalb mehr Klassenräume braucht, muss der erst vor zwei Jahren dort eingezogene Hort Kunterbunt wieder ausziehen. Dafür soll die Gesellschaft Infrastruktur Sehnde, eine städtische Tochter, einen Neubau auf dem Schulgelände errichten. Weil der Druck groß ist, soll dieser schon nach den Sommerferien 2019 fertig sein. „Das ist sehr sportlich“, sagte Geschäftsführer Frank Jankowski-Zumbrink im Ausschuss für Kindertagesstätten und Jugend.

Der Bedarf an Hortplätzen in der Astrid-Lindgren-Schule ist enorm. Im vergangenen Herbst hatte die Stadt deshalb 32 Plätze in einem neuen Hort quasi aus dem Boden gestampft, der überwiegend von deren Schülern besucht wird – allerdings in der Breiten Straße, weshalb sie zwischen zwei Standorten pendeln müssen. Mit dem Hortneubau an der Astrid-Lindgren-Schule wolle man nun etwas Grund in die angespannte Situation bringen und ein nachhaltiges Konzept etablieren, sagt Fachdienstleiterin Katharina Fischer. Der starke Anstieg der Schülerzahlen sei eine neue Entwicklung, die man so nicht habe voraussehen können. Flankierend dazu hat die Stadt deshalb die Schulbezirke geändert, um die Astrid-Lindgren-Schule zu entlasten. Nach den Berechnungen im Rathaus wäre sonst bei gleichbleibendem Bezirkszuschnitt vom Schuljahr 2018/19 an mit insgesamt 64 Erstklässlern in zwei Klassen zu rechnen. An der Grundschule Breite Straße dagegen gibt es noch Kapazitäten.

Nach den ersten Entwürfen soll der teils zweigeschossige Hortneubau an der Astrid-Lindgren-Schule 80 Kindern Platz in vier Hortgruppen bieten – bislang gibt es nur zwei. Auf jeder Etage gebe es einen Hausaufgabenraum. Eigentlich sei laut Vorgabe eigentlich für jede Gruppe ein eigener Raum nötig, doch dafür gebe es keinen Platz, sagt Fischer. „Die Schüler können aber nachmittgas in die Schule ausweichen, das hat das Kultusministerium erlaubt.“ Die Betreuung soll künftig zudem über 15.30 Uhr hinausgehen. Die kalkulierte Auslastung liege derzeit aber nur bei dreieinhalb Gruppen – das bedeute eine Reserve von acht Hortplätzen: „Das schafft Luft in der nachschulischen Betreuung.“

Welche Investitionskosten auf die Infrastruktur Sehndes zukommen, konnte Geschäftsführer Jankowski-Zumbrink noch nicht sagen. „Wir sind im Vorentwurf, dabei gibt es noch keine belastbaren Zahlen.“ Gleiches gelte für die Miete, denn die Stadt wird das Gebäude von ihrer Tochter mieten. Auch dabei sei noch Vieles im Fluss und hänge etwa von der Ausstattung ab. So werde es nur eine Küche im Untergeschoss geben, so könne man auf einen Speisenaufzug verzichten. Die Infrastruktur Sehnde hat zwar Erfahrung mit Kitabauten wie etwa der Kita Hugo-Remmert-Straße in Ilten, der Kita Salzburg in Rethmar oder der Kita Südtorfeld in Sehnde. Doch allein könne man das Projekt nicht stemmen, betont Jankowski-Zumbrink. Deshalb habe man das Architekturbüro Zabel ins Boot geholt. Dennoch bleibe die Fertigstellung bis zum Schuljahr 2018/2019 eine Herausforderung.