Presseberichte

An der Astrid-Lindgren-Grundschule in Sehnde werden die Klassenräume knapp.
An der Astrid-Lindgren-Grundschule in Sehnde werden die Klassenräume knapp. Quelle: Achim Gückel
Bereits seit einigen Jahren verteilen sich die Schüler nicht gleichmäßig auf die beiden Grundschulen. Während immer weniger Schüler die Grundschule an der Breiten Straße besuchen, werden immer mehr Kinder an der Astrid-Lindgren-Grundschule eingeschult.

Und Letzteres wird sich aufgrund der neuen im Einzugsgebiet befindlichen Baugebiete Kleines Öhr, Maschwiesen Süd und Vor dem Bahnhof weiter verstärken. Die Stadt prognostiziert in den kommenden Jahren durchgehend zehn Klassen in der Schule am Zuckerfabriksweg. Zusätzliche Schwierigkeit: Einige Klassen sind so voll, dass sie kurz vor der Teilung stehen - es wird also mächtig eng in der Astrid-Lindgren-Grundschule. Einzige Lösung für das Raumproblem ist ein Umzug des Hortes an einen anderen Standort. An der Grundschule Breite Straße gibt es dagegen sehr wohl noch Kapazitäten.

Abhilfe soll nun eine Änderung der Schulbezirke schaffen. Damit sollen nicht nur die Kapazitäten besser genutzt, sondern auch längerfristig eine gleichmäßige Auslastung der Schulen gewährleistet werden. Aktuell wird geprüft, welche Gebiete für eine Umverteilung in Frage kommen. Bürgermeister Carl-Jürgen Lehrke zufolge wird eine "verträgliche Lösung für alle Seiten" angestrebt. Die Entscheidung soll noch in diesem Jahr in den politischen Gremien fallen.

Von Patricia Oswald-Kipper
Die Schülerzahlen an der Astrid-Lindgren-Schule steigen. Die Stadt plant auf dem Gelände neue Räume für mindestens zwei Hortgruppen.
Die Schülerzahlen an der Astrid-Lindgren-Schule steigen. Die Stadt plant auf dem Gelände
neue Räume für mindestens zwei Hortgruppen. Quelle: Oswald-Kipper

"Der Bedarf an Kita- und Krippenplätzen steigt weiter", sagt Fachdienstleiterin Katharina Fischer. Im Kitabereich kann die Stadt Sehnde zwar mittlerweile eine fast 100-prozentige Betreuungsquote vorweisen, aber im Krippenbereich liegt sie erst bei rund 60 Prozent. "Bei der Krippenbetreuung wollen wir uns auf 80 Prozent steigern", sagt Fischer. Die Tagesmütterbetreuung soll dabei weiter ein wichtiges Standbein bleiben. Der Trend, dass Eltern ihre Kinder ab dem ersten Lebensjahr fremd betreuen lassen wollten, gehe weiter, erklärt Fischer. "Inzwischen gehen nahezu alle Eltern nach dem ersten Lebensjahr ihres Kindes wieder arbeiten", sagt sie.

Zudem halte deutschlandweit und damit auch in Sehnde der Geburtenboom an. Hinzu kommen Zuzüge - etwa durch die Zuwanderung. Und die Stadt Sehnde wird weiter wachsen. Sie plant in den nächsten Jahren mehrere Baugebiete unter anderem die Gebiete Kleines Öhr, Maschwiesen, Keramische Hütte, die dazu führen, dass es mehr Kinder gibt. Schon allein für das Baugebiet Kleines Öhr, das derzeit am Entstehen ist, rechnet Fischer mit weit mehr als 20 ein- bis sechsjährigen Kindern.

Um dem Bedarf gerecht zu werden, sollen ab 2018 mehrere Bauvorhaben angeschoben werden. So könnte auf dem Grundstück der Kirche an der Mittelstraße eine neue Kita mit drei Gruppen entstehen - sowohl im Bereich Krippe als auch Kindergarten. Weiterhin sind Kindertagesstätten im Neubaugebiet Keramische Hütte und im Baugebiet Maschwiesen vorgesehen. Bei letzterem sei die Stadt bereits in Gesprächen mit dem Investor, sagt Fischer. In einem der Mehrfamilienhäuser soll eine Fläche im Erdgeschoss für eine Kita vorbehalten werden. In Ilten ist ein Anbau an die Kita an der Hugo-Remmert-Straße schon ziemlich konkret. Zwei Gruppen sind dort ab dem Kitajahr 2018/2019 vorgesehen.

Einige Kindertagesstätten sollen auch ihre Betreuungszeiten und das Platzangebot ausweiten. Vorgesehen ist dieses für 2018 etwa für die Kindertagesstätten Im Bosekamp und die Kita Ilten und die Kita Südtorfeld.

Die Stadt will auch in Qualität investieren: So sollen etwa die Stunden für die Drittkräfte in Krippen (Sozialassistenten) zum nächsten Kitajahr von 26 auf 29 Stunden angehoben werden. Die Zusatzkosten würden nahezu komplett durch die Finanzhilfe des Landes gedeckt. Weiter wird in zusätzliches Personal durch eine geplante Erhöhung der Springkraftstunden gesetzt.

Im Bereich der Nachmittagsbetreuung von Grundschülern zeichnen sich ebenfalls  Veränderungen ab. Die Astrid-Lindgren-Grundschule hat durch steigende Schülerzahlen einen höheren Platzbedarf. Die Schule will den Anbau, in dem der Hort Kunterbunt untergebracht ist, ab 2019/20 selbst nutzen. Laut Fischer könnte aber ein Anbau auf dem Schulgelände entstehen. "Was dort genau möglich ist, soll nun geprüft werden"

Der Ausschuss Kindertagesstätten und Jugend wird am Montag, 4. September, um 18 Uhr im Rathaus über die Planungen der Stadt hinsichtlich Kita und Hort beraten.

Bürgermeister Carl-Jürgen Lehrke und die stellvertretende Kunterbunt-Leiterin Tanja Husmann geben die Außenstelle des Hortes an der Breiten Straße offiziell frei.
Bürgermeister Carl-Jürgen Lehrke und die stellvertretende Kunterbunt-Leiterin Tanja Husmann geben die Außenstelle
des Hortes an der Breiten Straße offiziell frei. Quelle: Sandra Köhler

Nur drei Monate nach Beginn der Umbauarbeiten ist die Außenstelle des Hortes Kunterbunt an der Breiten Straße 38 an den Start gegangen. Am Dienstag eröffneten Bürgermeister Carl-Jürgen Lehrke und die stellvertretende Leiterin des Hortes, Tanja Husmann die Einrichtung im Untergeschoss des 1875 erbauten Bauernhauses. „Wir haben die Räume zum 1. Oktober angemietet, seit 16. Oktober läuft der Betrieb“, sagte Lehrke. 16 Kinder werden dort aktuell von Husmann und ihrem Kollegen Lars Bertram betreut.

Insgesamt bietet die Einrichtung in der vom stellvertretenden Ortsbürgermeister und CDU-Ratsherren Hartmut Völksen für einen sechsstelligen Betrag in Eigenregie umgebauten Wohnung im Parterre seines Hauses Platz für 32 Kinder, die ab dem Mittag von 12.35 Uhr bis 17 Uhr am Nachmittag betreut werden. „Problemlos und zeitnah können wir die jetzt bestehende Gruppe auf 20 auffüllen“, sagte Lehrke. Für die angepeilte zusätzliche Kleingruppe mit weiteren 12 Plätzen müsse eine zusätzliche Betreuungskraft eigestellt werden. Er hoffe, sagte Lehrke, dass die Einrichtung zum kommenden Schuljahr vollständig ausgelastet sei. 

Und bis dahin sollten auch Anlaufschwierigkeiten der Vergangenheit angehören: „Als die Möbel angeliefert wurden, haben wir schon gestaunt“, verriet Husmann den Eltern, Kindern, Rats- und Ortsratsmitgliedern bei der offiziellen Feierstunde zur Eröffnung. Denn die Tische und Stühle waren größentechnisch auf Krippenkinder zugeschnitten. „Das war unglücklich. Aber mittlerweile sind die ersten Möbel in passender Größe angekommen. Und wir hoffen, dass noch in diesem Jahr alles abgeschlossen ist und wir nicht nur unser Bestes geben sondern den Kindern auch das Beste angedeihen lassen können“, so Husmann.

Es gebe aber weiteren Bedarf bei Betreuungsplätzen im Nachmittagsbereich, räumte der Bürgermeister ein.  Deshalb hatte der Sehnder Rat auch vor kurzem beschlossen, weitere Hortplätze in Höver und der Kernstadt einzurichten. Insgesamt verfügte Sehnde dann, wenn man die für Ilten vorgesehenen 32 bereits dazurechne, dann über insgesamt 112 Hortplätze, sagt Lehrke. Die Kommune habe damit die magische Zahl von 1000 Betreuungsplätzen – von der Krippe bis zum Hort - mit 1032 jetzt überschritten. 

Allerdings gibt es in Sehnde mittlerweile eine Arbeitsgruppe, die sich speziell darum kümmert, Konzepte für die nachschulische Betreuung zu entwickeln. „Es gibt viele Eltern, denen reicht das Angebot einer Ganztagsschule nicht aus. Wir haben Anfragen nach Betreuungszeiten bis 17, ja sogar bis 18 Uhr“, sagte Lehrke. Und zwar auch in den Ferien und am Freitagnachmittag.  

Es sei weiterhin aber nicht einfach, geeignete Räumlichkeiten zu finden, sagte der Sehnder Bürgermeister. So werde beispielsweise die Astrid-Lindgren-Grundschule, an der die Hauptstelle des Hortes angesiedelt ist, eben jene Räume wegen höherer Schülerzahlen mittelfristig selbst nutzen. Da gelte es schon jetzt, nach Alternativen zu suchen.

HAZ vom 12.08.2017

Grundschüler bekommen Obst und Gemüse

Die Astrid-Lindgren-Schule nimmt an einem vom Land geförderten Programm der Europäischen Union teil

Schulleiterin Marina Woywodt (links) und die Abgeordnete Silke Lesemann freuen sich mit den Kindern über frisches Obst und Gemüse. Foto: Böger
Schulleiterin Marina Woywodt (links) und die Abgeordnete Silke Lesemann freuen sich
mit den Kindern über frisches Obst und Gemüse. Foto: Böger

Sehnde. Mehr als 800 niedersächsische Schulen bieten ihren Schülern mithilfe der Europäischen Union (EU) und des Landes Niedersachsen Obst und Gemüse für die Pausen an. Seit dieser Woche gehört auch die Astrid-Lindgren-Grundschule dazu.

Mit Eifer greifen die Jungen und Mädchen der Klasse 3b in die Kisten mit Radieschen und Möhren, Tomaten, Gurken und Äpfeln. Die meisten von ihnen bekommen zwar laut Schulleiterin Marina Woywodt auch von ihren Eltern Obst und Gemüse in ihre Brotdosen gepackt, aber „manche können vielleicht nicht diese Vielfalt bieten“.

Außerdem sei das gemeinsame Teilen, Schälen und schließlich Essen noch einmal ein besonderes Erlebnis, das durch die ständige Wiederholung zu Nachhaltigkeit führe.

Bereits am Tag nach der ersten Lieferung überzeugte sich die Sehnder Landtagsabgeordnete Silke Lesemann (SPD) in der Schule davon, dass das vom Land Niedersachsen mit bis zu 1,5 Millionen Euro jährlich geförderte Programm auch angenommen wird. Den Löwenanteil finanziert die EU mit mehr als 3,3 Millionen Euro.

Dass sich bisher noch keine Sehnder Schule für eine Teilnahme beworben hatte, führt Lesemann nicht zuletzt darauf zurück, dass es in vielen Einrichtungen bereits mehrere Aktionen wie Gesundes Frühstück gegeben habe. „Vielleicht befürchtet man auch zu viel zusätzliche Arbeit“, meint die Abgeordnete. Nach Ansicht von Woywodt passt das Programm gut zum Profil der Astrid-Lindgren-Schule. „Wir machen viel mit Bewegung“, berichtet sie von weiteren Bemühungen der Schule um die Gesundheit der Kinder.

Die Leiterin ist überzeugt, dass Obst und Gemüse auch weiter reißenden Absatz finden werden: „Wir gehen davon aus, dass nichts übrig bleibt.“

 

 

HAZ vom 20.06.2017

Vitamine für die Astrid-Lindgren-Schule

Einrichtung profitiert von EU-Schulobstprogramm / Kita Müllingen erhält kostenlos frische Milch

Sehnde. Die Astrid-Lindgren-Schule nimmt an dem vom Land geförderten EU-Schulobstprogramm teil und erhält nach den Sommerferien regelmäßig Obst. Zudem wird die Kindertagesstätte Müllingen im neuen Kindergartenjahr regelmäßig mit frischer Milch versorgt.

Die Astrid-Lindgren-Grundschule ist die erste Schule aus Sehnde, die an dem Programm teilnimmt. „Für die Schüler beginnt der Unterricht nach den Sommerferien mit frischem Obst und Gemüse“, sagt die SPD-Landtagsabgeordnete Silke Lesemann. Die Schule erhält regelmäßig wöchentlich frisches Obst und Gemüse. „Das müssen die Schüler allerdings selbst noch schneiden“, betont Lesemann. Hintergrund der Aktion sei, dass die Schüler lernten, sich das Obst und Gemüse auch selbst zuzubereiten.

Grund zur Freude hat auch die Kindertagesstätte Müllingen. Sie erhält zum neuen Kindergartenjahr erstmals regelmäßig kostenlos frische Milch. „Das ist neu, denn bisher konnten nur Schulen an dem Milchprogramm teilnehmen“, sagt Lesemann. Bei Bio- und Weidemilch gebe es zudem einen besonderen Zuschlag für den Erzeuger. Das Programm habe dabei einen dreifachen Effekt: „Vitaminreiches Obst und Gemüse sowie gesunde Milch für die Kinder und bessere Erlöse für die Milchbauern“, erklärt Lesemann.

Das Land hat im kommenden Schuljahr für den Bereich Obst und Gemüse 3,37 Millionen Euro EU-Fördermittel zur Verfügung und stockt den Betrag um nochmals 1,5 Millionen Euro auf. Laut Lesemann ist das „gut angelegtes Geld, denn wir investieren damit in die gesunde Ernährung und Zukunft unserer Kinder.“ Für das Milchprogramm werden vom Land noch einmal zusätzlich 1,2 Millionen Euro EU-Fördermittel an die Schulen und Kindertagesstätten weitergegeben. Alle interessierten Bildungseinrichtungen könnten nach Antragstellung in das Programm aufgenommen werden, sagt Lesemann.

 

Förderung bis zur sechsten Klasse

Das neue EU-Schulprogramm kommt Kindern in Schulkindergärten, Grundschulen (Klasse eins bis vier), Förderschulen (Klasse eins bis sechs) sowie Landesbildungszentren zugute. Am Schulmilch-Programm können sich neuerdings auch Kindertageseinrichtungen beteiligen. Niedersachsen nimmt seit 2014/2015 an der EU-Maßnahme teil. Ziel war es von Anfang an, den Verzehr von gesundem Obst und Gemüse bei Kindern zu erhöhen. Zugleich soll das EU-Schulprogramm – mit begleitenden Maßnahmen – zu mehr Wissen über Milch und die Vielfalt der Obst- und Gemüsearten sowie deren Herkunft und Anbau führen und eine gesündere Ernährung fördern.